Oh, Ziele haben wir viele. 

Erstmal sind wir total happy (wenn man das so flapsig auf einem Webauftritt schreiben darf), dass unsere Ursprungsidee im wahrsten Sinne des Wortes mittlerweile Früchte trägt. Die Idee von fincas reanimadas wurde ja erst im Frühjahr 2019 ins Leben gerufen und es ging anfangs schleppend voran. Zwar gibt es sehr viel Land, dass seit längerer Zeit ohne Bewirtschaftung brach liegt. Die Landwirte des Dorfes haben zu einem Großteil ihre 70er weit überschritten, ihre eigenen Kinder arbeiten in den Städten fernab der Landwirtschaft. Dennoch lassen viele Landwirte die Arbeit nicht ruhen, bis es einfach gar nicht mehr geht. Das ist bewundernswert – und verständlich. Wer jahrzehntelang die eigenen Bäume pflegt, schneidet und erntet und sie zum Teil auch selbst gepflanzt hat, trennt sich nicht so einfach. 

Es war also schwierig, das Vertrauen herzustellen, die Verantwortung für diese Bäume in unsere Hände zu legen. 

Mittlerweile scheinen wir uns profiliert zu haben und dürfen uns um etwa 9 Hektar Land kümmern. Wir schreiben bewusst dürfen, denn wir empfinden das als Privileg und Vertrauensbeweis. 

Ökologische Landwirtschaft beweisen lassen

Unser Ziel ist, dieses Vertrauen nicht nur nicht zu enttäuschen, sondern den Landwirten zu beweisen, dass unsere Bewirtschaftungsweise ein Vorteil für Boden und Bäume sind. Statt zu pflügen und auf Glyphosat zu setzen, setzen wir auf Bodenbedeckung, sind von dessen Erosionsschutz überzeugt und haben die Stärkung der Artenvielfalt fest im Blick. Wir möchten beweisen, dass unsere von den hiesigen Landwirten als “unordentlich und unaufgeräumt” angesehenen Länder ein Schritt in eine nachhaltigere und gesündere Zukunft sind. 

Nicht mehr wiederherstellbare Flächen in ein Forstmanagement einbinden

Ein weiteres Ziel ist es, das bereits brachgefallene Land um das Dorf zu einem jungen Forst zu pflegen. Wiederherstellen zu Oliven- und Mandelhainen lässt es sich an vielen Orten nicht mehr, da vor allem die Mandelbäume sehr empfindlich sind. Wenn mehr als fünf bis zehn Jahren nicht mehr gepflegt wurde, können die Bäume absterben. Das Land entwickelt sich nach den Gesetzen der Sukzession weiter, die Natur übernimmt das Ruder. 

Auf diesen Flächen wachsen dann zuerst Gräser, zusammen mit mehrjährigen Stauden und Kräutern, dann Kiefern, bis sich im Schatten dieser die Steineichen ihren Weg nach oben kämpfen. Zusammen mit Johannisbrot und weiteren, je nach Standort unterschiedlichen Bäumen, bilden sich so die für den Mittelmeerraum typischen Hartlaubwälder. Im Sommer, wenn die Brandgefahr durch die Hitze am größten ist, werden diese sich entwickelnden Flächen jedoch zu wahren Brandbeschleunigern. Wir möchten uns hier einsetzen und dieses junge Vorwald-Stadium durchforsten, so dass die Brandgefahr reduziert wird. Partner bei diesem Vorhaben ist Social Forest aus Barcelona, ein soziales Projekt, dass nachhaltiges Forstmanagement mit sozialem Eingliederungselement verknüpft. 

Ressourcen effizienter nutzen

Wir sagen nicht, dass früher alles besser war. Wir leben mit der Zeit. Nur sehen wir in dieser Zeit der Klimakrise entgegen und denken, auf der Suche nach Lösungen kann auch mal ein Blick in die Vergangenheit helfen. 

Wie an immer mehr Orten zu beobachten, beispielsweise auf dem Betrieb der www.freybauern.de, wollen auch wir eine vielfältige Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen erproben. Beispielsweise war Getreide- und Hülsenfrüchteanbau unter den Olivenbäumen noch in den 70er Jahren die Regel. Der Boden unter den Bäumen wurde zum Anbau verschiedener Feldfrüchte genutzt. Als ein Kilogramm Mehl im Supermarkt plötzlich so günstig zu bekommen war, wurde dieser zusätzlichen Arbeit nicht mehr nachgegangen, da die Standorte alles andere als einfach zu bewirtschaften sind. Da es jedoch mit Blick auf den Klimawandel und die lokal unvorhersehbaren klimatischen Veränderungen gilt, Vielfalt und damit Versorgungssicherheit zu erarbeiten, möchten wir verschiedene Ansätze erproben.